Geschichte

Das vorpommersche Dorf Heinrichswalde liegt im Landkreis Uecker-Randow. Durch den Ort zieht sich eine langgestreckte, mit Kopfsteinen gepflasterte Straße, auf beiden Seiten ein- oder zweigeschossige Backsteinhäuser. 1903 wurde die inzwischen unter Denkmalschutz stehende Straße mit Linden bepflanzt. Die Lindenallee prägt heute unser Dorfbild.

Heinrichswalde ist eines der Kolonistendörfer, die bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts in der Regierungszeit Friedrich des Großen im sogenannten „Königsholland“ gegründet wurden. Es entstand 1722 als königliches „Vorwerk“ Mückenhorst und war eine Holländerei, 1737 erhielt Mückenhorst seinen jetzigen Namen – Heinrichswalde.

Bereits 1718 hatte der König mit der Regulierung der Zarow und des Zarow-Bruchs, in dem außer der Glashütte auf dem Scharmützel keine menschliche Niederlassung zu finden war, beginnen lassen. Im Jahre 1737 waren die Trockenlegungsarbeiten so weit fortgeschritten, dass ein neues Amt entstehen konnte, das den Namen „Königsholland“ erhielt. Bevollmächtigter des Königs für die Besiedlung dieses Gebietes war Christoph Ludwig Henrici.

Für die Besiedlung war charakteristisch, zuerst Vorwerke zu schaffen. Den Siedlern wurden Versprechungen und Zugeständnisse gemacht, so z. B. die Befreiung vom Militärdienst auf bestimmte Zeit, der Erlass von Steuern, die Bereitstellung von freiem Bauholz für selbst zu errichtende Gehöfte. Andererseits waren die Siedler zu beschränkten Frondiensten verpflichtet. Sie hatten 52-tägige Handdienste auf den Vorwerken zu verrichten. Die Siedler für diese Wirtschaften kamen größtenteils aus Mecklenburg, Schwedisch - Vorpommern, Sachsen, Schwaben, Rheinland-Pfalz, aber auch aus Schweden.

Am 03.01.1730 erging der Erlass des Königs, in welchem er die Anlegung einer neuen „Kuh-Melkerey bey Neuensunde“ befiehlt. Diese neue Holländerei, später Vorwerk, wurde auf dem sogenannten „kleinen Mückenhorst“ errichtet. Vorher waren von 1730 bis 1735 umfangreiche Rodungsarbeiten durchgeführt worden. Der Bau des Vorwerkes mit seinen Gebäuden und Ställen war 1737 beendet und als Vorwerk Mückenhorst bezeichnet. Dieser Name wurde 1737 anläßlich der zweiten Inspektionsreise des Königs durch das Amt „Königsholland“ vom König in „Heinrichswalde“ umgeändert. Damit ist dieses Jahr das eigentliche Gründungsjahr des Dorfes Heinrichswalde.